Warum machen wir den Kindern die Mathematik so schwer?

Mathematik Unterricht mit Kreide auf eine Schultafel geschreiben.

Wenn man selbst Kinder im Teenageralter hat, fragt man sich manchmal, warum die, in vielen Schulen verwendeten Schulbücher, insbesondere in Mathematik, an sich einfache Sachverhalte besonders schwierig erklären.

Wir wissen, dass nach zahlreichen Pisa, Känguru und wie die Tests sonst noch alle heißen mögen, erkannt wurde, dass Kinder in Österreich deutliche schlechtere Ergebnisse in Mathematik erzielen, als Kinder anderer Länder.

Dafür gibt es zwei Erklärungen: Erstens wird Bildung vererbet. Das heißt Kinder mit einem Akademikerhintergrund haben deutlich höhere Chancen auf gute Noten, als solche die das nicht haben. Dieser Nachteil wird in Ländern, die sich für ein Gesamtschulsystem entschieden haben, durch das betreute Lernen am Nachmittag, ausgeglichen. Zweitens werden Kinder mit Migrationshintergrund zu Hause oft wenig bis gar nicht gefördert. Wobei auch hier gilt, dass das Bildungsniveau der Eltern ausschlaggebender ist, als die nicht deutsche Muttersprache.

Viele Politiker und verschiedene Thinktanks versuchen mittlerweile seit Jahren hier eine Lösung zu finden. Wir denken, dass ein kleiner Puzzelstein die Noten der Kinder zu verbessern, in den Schulbüchern liegen kann. Die derzeit an vielen Gymnasien verwendeten Mathematikbücher stellen manchmal sogar akademisch gebildet und durchaus mathematisch begabte Eltern vor Rätsel. Es werden nämlich, an sich sehr einfache Sachverhalte, derart kompliziert erklärt, dass viele Eltern selbst daran zweifeln, ob sie beispielsweise im 3. Gymnasium noch mitkommen. Diese Bücher werden sogar in neuen Mittelschulen verwendet. Welches Kind, das noch dazu Deutsch nicht perfekt beherrscht, soll langwierige, verschachtelte Textaufgaben oder wissenschaftlich formulierte Erklärungstexte begreifen?

Es ist daher kein Wunder, dass sich viele Kinder irgendwann fragen, wozu brauche ich denn das? Daher nochmals unsere Frage: Warum machen wir es den Kindern so schwer? Derselbe Lernstoff könnte in einfachen kurzen Sätzen erklärt und an Hand praktischer Beispiele, die auch Kinder im jeweiligen Alter nachvollziehen können, nochmals vertieft werden. Weiters sollten die unzähligen Übungsbeispiele mit ihren zahlreichen Unterprunkten auf einige wenige, relevante Beispiele reduziert werden. Die Kinder sind mit den schier unendlichen Mathematik Beispielen überfordert und sehen sich verständlicher Weise nicht im Stande alle Beispiele eines Themengebietes  zu üben. Doch welche Beispiele sollen sie nun übern? Dazu geben die Bücher keine Anleitung. Selbstverständlich entsteht dadurch ein hohes Frustpotential.

Wir würden uns daher wünschen, dass Schulen und Lehrer, die selbst für die Auswahl der Schulbücher verantwortlich sind, diese genauer „unter die Lupe nehmen“ und sich für Schulbücher entscheiden, die alle Kinder, auch solche ohne Deutsch als Muttersprache, erlernen können.

https://www.oebv.at/teaching-material/school/neue-mittelschule-10959/school/ahs-unterstufe-10961/subject/mathematik-10894